Der Seelengarten oder Allmendegarten

Ein weiteres Projekt unseres Vereins, das wir hier als Open Source Projekt einstellen werden. Wir bieten Euch ein fertiges Konzept inklusive die Ausbildung dazu und Beratung und Unterstützung in Euren Anfängen in Eurem neuen Berufsbild.

Die Ausbildung zum Allmende Gärtner findet in 2 Blöcken statt und ihr findet sie bereits im Verstaltungskalender.

Was wäre wenn,…..

Grundidee: „Was wäre wenn,….wir einfach rund um unseren Siedlungsraum Gärten hätten, ökologische Räume, von denen wir profitieren, essen ernten oder wöchentliche Kisten beziehen könnten, Bäume für unsere Kinder, Tiere oder den Frieden pflanzten und wir wüssten, das sie immer gut gepflegt würden. Wenn es dort Nutztiere gäbe, mit denen Kinder in Kontakt treten könnten und Erfahrungen rund um die vielfältige Natur machten. Wenn es dort Raum gäbe zu feiern, zu lachen und einfach zu sein, ohne weit in den Urlaub fahren zu müssen. Ein sicherer Naturraum!

Im Mittelalter gab es Flächen rund um Siedlungen, die allgemein für jeden nutzbar waren. Die sogenannten Allmenden. Dort trieb man sein Vieh zum Weiden, dort standen Obstbäume, von denen man sich bedienen konnte, jeder nahm sich nur so viel, wie er eben brauchte (im Optimalfall). Solche Flächen sollte es also wieder geben. Gemeinschaftsgärten sind schon mal ein schöner Anfang, die Weiterführung ist dann die solidarische Landwirtschaft. Doch ein Seelengarten beinhaltet mehr. Nicht nur Gemüse und Blumen, sondern auch Wildgemüse, Wildobst, Kulturobst, geschichtet und gestapelt wie im permakulturellen Obstwaldgarten. Und warum dann Seelengarten und nicht Waldgarten?

Weil wir zusätzlich einen Platz für die Seele brauchen, nicht nur um Essen zu produzieren. Sinn dahinter ist ein ganzheitlicher Ansatz, Körper, Geist und Seele, die gehören nämlich zusammen. Und dass wir jetzt inmitten des Klimawandels mehr Bäume brauchen, ist auch ein Faktor. Dass Bäume, genau wie die Friedensbaumaktion, aber auch Kindsbäume sein können (ein Baum für jedes neugeborene Kind) oder Gedenkbäume (ein Baum für einen Verstorbenen, für eine nicht geborene Seele, Sternenkinder, für ein geliebtes Haustier…..), die aber nicht nur Kulturbäume sein können, sondern auch Bäume, die uns Nahrung liefern, die uns ein Kleinklima aufbauen, die uns Schatten spenden, die ein Teil einer Obstbaumlebensgemeinschaft sind, das sollten wir mit bedenken, bzw. visionieren. Das heißt im Klartext, jeder Baum in so einem Seelengarten ist ein besonderer Baum, der für Tod und Leben stehen kann. In einem Seelengarten kann man einfach nur verweilen, auf einer Bank sitzen und die Vögel beobachten und hören, das Brummen der Insekten genießen oder eben einfach nur über das Leben nachdenken.

Das sich so ein Seelengarten nicht von alleine aufbaut und erhält, das weiß jeder Gärtner. Es ist also eine Person vonnöten, die sich darum kümmert. Die pflanzt und pflegt, die die Ernte kontrolliert und organisiert, wo geerntet werden kann oder erntet und zur Verfügung stellt.

Es kann verschiedene Möglichkeiten geben, wie so ein Seelengarten geführt wird. Als Verein, als Angebot von einer Gemeinde für die Bewohner, als Genossenschaft, oder als Teil einer Gemeinschaft oder als Stiftung. Frei für alle, oder nur frei für Mitglieder. Das ist freie Entscheidungssache des oder der Betreuer.

Um die vielfältigen Tätigkeiten zu erlernen, die man als Leiter so eines Gartens braucht, bietet die Selbstversorger-Akademie die entsprechende Ausbildung zum Allmende Gärtner an (mehr dazu weiter hinten).

Es ist am Besten Bäume im Herbst zu pflanzen, die entsprechenden Spender für Kindsbäume, Gedenkbäume, Friedensbäume, Klimabäume usw. sind zu organisieren, eine Einkaufsliste der Bäume zu erstellen und diese entsprechend zu gegebener Zeit zu kaufen und zu pflanzen und nach Wunsch mit einem Gedenktäfelchen zu versehen. Das kann ein großer Gemeinschaftsaktionstermin sein. 

Der Aufbau so eines Seelengartens kann sich über Jahre hinweg ziehen und die Öffentlichkeitsarbeit ist nicht zu übersehen. Menschen sollten immer feinfühlig betreut werden können und ins Projekt mit einbezogen werden, wenn eben dies gewünscht ist.

Das Projekt Seelengarten ist ein Projekt das nicht starr ist, sondern es muss flexibel sein und sich den entsprechenden Umständen anpassen können.

Ziel ist es eine Fläche zu schaffen, die Körper, Geist und Seele mit einbezieht, die vielen Menschen und Tieren von Nutzen sein kann mit hoher Vielfalt und Ökologie und immer ökologisch bewirtschaftet. Das Obst sollte naturgegeben sein, aber natürlich gepflegt werden, also regelmäßiger Schnitt der Obstbäume und Beerensträucher zur Erhaltung. Die Wege regelmäßig frei gemäht, so dass die Menschen durchgehen können, die Baumscheiben gepflegt mit einer vielfältigen Kräuter-, Stauden- und Beerenvielfalt, Wildgemüse gekennzeichnet und Kulturgemüse kultiviert werden. Ein Häuschen für Werkzeug, Gemeinschaftszubehör zum eventuellen gemeinschaftlichen Kochen und zusammensitzen und ein Verkaufsstand für das Anbieten der Ernte oder der verarbeiteten Produkte daraus. Nicht immer kann alles so abgegeben werden, besonders schnell verderbliche Beeren müssen eben dann verarbeitet werden, Äpfel und Birnen können zu Saft und Most weiterverarbeitet werden usw.

Ein Seelengarten ist immer gemeinnützig und ökologisch, ein vielfältiger Lebensraum für wirklich alle.

Am Anfang war nichts

Das ist der Normalzustand. Am Anfang steht eine Wiese, ein Acker, evtl. mit Glück ein älteres Gartengrundstück mit Obstbaumbestand, oder Wildnis. Vorgegangen werden kann so, dass wir zuerst auf das Klima achten, schauen, wie der Boden beschaffen ist. Ist das Grundstück frei zugänglich? Kann es mit Hilfe von Maschinen bewirtschaftet werden, oder per Hand? Was ist da, was kann/soll weg? Wer ist der starke Partner an der Seite jeden Gärtners? Fragen, die im Vorfeld geklärt werden müssen, bevor begonnen werden kann. Ein Konzept muss her.

Hier nochmal der Reihe nach:

  1. Grundstück finden
  2. Wer wird Partner? Gemeinde, Firma/Konzern, eine Gruppe Menschen, ein großer Investor/Sponsor/gemeinnützige Stiftung etc.
  3. Bodenbeschaffenheit, Kleinklima, wie zugänglich usw.
  4. Konzepterstellung, Vision, Finanzplan, Grundstücksplanung
  5. Öffentlichkeitsarbeit beginnt
  6. Ist die Finanzierung, Sponsoren für die Bäume und Pflanzen und alles weitere vertraglich festgelegt, kann mit der Pflanzung begonnen werden
  7. Nach Pflanzung der ersten Bäume werden die Baumscheiben angelegt, die Wegeführung festgelegt, die Zone 0 mit Lagerhütte und Freilandküche gebaut, Zaun gebaut (eventuell schon vorher Zaun), Wildschutz, Sitzbänke, Verweilplätze (Seelenraum), Wildobst bzw. Kleinklimapflanzungen usw.
  8. Es folgen Jahre des Pflegens und ein steter Aufbau der Vielfalt
  9. Gemeinschaftsaktionen helfen die Öffentlichkeitsarbeit nicht aus den Augen zu verlieren.
  10. Erste Ernten können abgegeben werden
  11. Nach ca. 15 Jahren steht ein perfekter Seelengarten und kann evtl. nach und nach erweitert und fortgesetzt werden.

Vorraussetzungen

Um so einen Seelengarten aufbauen zu können braucht es Fachwissen rund ums Gärtnern und die Bürokratie. Auch mit Menschen sollte man gut umgehen können, schließlich geht es auch manchmal um psychische Betreuung, einfach da zu sein und zuhören zu können. Es kann auch ein pädagogischer Ansatz angestrebt werden und die Arbeit mit Kindergruppen kann das Projekt zusätzlich finanzieren.

Der Gärtner und Betreuer muß also ein aufgeschlossener, kontaktfreudiger Mensch sein.

Das Grundstück soll sonnenverwöhnt und gut erreichbar, nicht zu weit vom Siedlungsraum entfernt und gut begehbar sein, auch mal mit einem Rollstuhl.

Es ist von Vorteil, wenn die Gemeinde dies gutheißt, und die Pressearbeit geregelt ist.

Der Aufbau des Gartens kann vorerst nebenberuflich erfolgen, später hauptberuflich.

Ein Garten entsteht nicht von heut auf morgen, auch kein Seelengarten. Es wird immer mal wieder Widrigkeiten geben, davon darf man sich nicht abhalten lassen.

Fläche sollte vorerst mind. 5000 m2 betragen und ausbaufähig sein. Der Vorteil als ökologischer Lebensraum für alle spielt auf kleineren Flächen keine so große Rolle.

Regionale Vereine können ins Boot geholt werden, z. B. Gartenbauvereine, Frauenbund, Landjugend, Imker usw.

Schulen und Kindergärten, Mutter-Kind-Gruppen, Caritas-Gruppen, Senioren (besonders das Wissen der älteren Generation ist oft hilfreich), Sonderpädagogische Einrichtungen, Lebenshilfe-Einrichtungen,……

Die Region erforschen nach eventuell weiteren Gruppen, die Vorteile aus einem Allmendegarten hätten und auch mal mithelfen könnten.

Bürokratie, oder wie man sich einen Broterwerb selbst aufbauen kann – von Gemeinnützigkeit leben

Die richtige Form zu finden, um Allmendegärtner zu werden ist eine sehr wichtige Sache. Mögliche Formen wären:

  • Angestellter einer Kommune oder Firma (Greenwashing-Projekt)
  • Gründung eines gemeinnützigen Vereins
  • Genossenschaft
  • Bürgergenossenschaft
  • Stiftungsprojekt
  • Eigeninitiative mit pädagogischem Ansatz und Ernteverkauf, Einzelfirma
  • Die gemeinnützige GmbH
  • Die gUG (Unternehmergesellschaft)
  • Wenn bereits eine Landwirtschaft vorhanden ist, umwandlung in eine solidarische oder soziale Landwirtschaft

Bei allen Formen gilt: ein guter Steuerberater ist Gold wert!

Fundraising

Noch zu erwähnen wäre die Möglichkeit so ein Projekt über Fundraising auf die Beine zu stellen. Auf Plattformen wie z. B.

https://crowdinvesting-compact.de kann man seine optimale Fundraising-Plattform finden, um Gelder zu bekommen. Das erspart jedoch noch nicht die Auswahl der Gesellschaftsform, es könnte jedoch damit ein Grundstück finanziert werden, wenn die Gemeinde/Firma etc. keines zur Verfügung stellen kann, oder Gelder für die Strukturierung, evtl. Geländeformung, Hütte, Außenküchezubehör usw.

Zubehör um Beginnen zu können

Die Ausbildung

Der Ausbildung zum Allmende-Gärtner steht die Notwendigkeit der Regionalversorgung gegenüber. Der Allmende Gärtner wird durch diese Grundausbildung befähigt einen Gemeinschaftsgarten, Solidarische Landwirtschaft, soz. Landwirtschaft etc. aufzubauen und zu führen. Die Ausbildung endet jedoch nicht mit abgeschlossenem Zertifikat am 8. Tag der Ausbildung, der Teilnehmer wird vom Verein auch weiterhin unterstützt. Es handelt sich hier um eine ganzheitliche Ausbildung, die jedoch auch viel Eigeninitiative mit sich bringt. Praktisches Wissen kommt durch´s TUN, hier kann lediglich hauptsächlich die Theorie vermittelt werden. Es besteht jedoch die Möglichkeit in Projekten des Vereins Mienbacher Waldgarten/Selbstversorger-Akademie nach Absprache mit zu arbeiten und dadurch Praxiswissen zu erlangen.

Kursleitung: Hannelore Zech

Kursort: Mienbacher Seminarhaus/Mienbacher Waldgarten

Genaue Infos zum Kursablauf sind immer unter www.waldgarten.wordpress.com/veranstaltungskalender/allmende-gartner/ zu entnehmen.

Kursthemen:

  1. Block

1. Tag: Permakultur, Agroforst, Waldgarten, Syntropische Landwirtschaft u. weitere Bewirtschaftungsformen

2. Tag: Bürokratie, sprich Wirtschaftsformen, Finanzierung, Vermarktung/Verteilung, Organisation

3. Tag: Gemüsebau, Saatgut und autarkes wirtschaften

4. Tag: Kräuter, Wildgemüse, Dauerkulturen

2. Block:

1.Tag: Gemeinschaftsbildung, Helfer finden, Öffentlichkeitsarbeit, inkl. Praxisbeispiele

2. Tag: Boden aufbauen u. erhalten, Pilze, ihre Wichtigkeit im Boden, Pilze als Speisepilze, Tierhaltung auf Gemeinschaftsflächen

3. Tag: Obstbau, Beeren und Bäume, pflanzen und pflegen

4. Tag: Erhaltungsarbeiten, Gemeinschaftsaktionen, nicht verteilte Ernte verarbeiten

Die Vernetzung

Regionale Vernetzung ist bei diesem Projekt das A und O. Vernetzung zu Vereinen, Gemeinde, Schulen u. weitere Einrichtungen. Erstellung einer Homepage, finden von ehrenamtlichen Mitstreitern, Förderern, Pressearbeit usw. An so einem Projekt hängt wesentlich mehr als zu gärtnern. Ein gewisses Organisationstalent gehört hier dazu.

Das ist es aber, was die Arbeit in und mit einem Seelengarten so wertvoll macht.  

Weiterführende Links:

Beispielbetriebe mit zwar anderen Themen, man kann dies aber auch mit einem Seelengarten umsetzen.

www.justland.de

www.hoehenberger-biokiste.de

www.landluft.bio Ein Betrieb der Firma Lindner, Arnstorf, www.lindner-group.com

Bürokratie:

Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft: www.svlfg.de

Agrarsoziale Gesellschaft: www.asg-goe.de

www.fuer-gruender.de

www.stiftungen.org

www.crowdinvesting-compact.de

www.gruenderplattform.de

www.vereinsplaner.at

www.soziale-landwirtschaft.de, https://www.stmelf.bayern.de/landwirtschaft/erwerbskombination/106259/index.php

https://www.stmuv.bayern.de/themen/naturschutz/naturschutzfoerderung/streuobstpakt/index.html

Baumschulen:

www.ackerbaum.de

www.baumgartner-baumschulen.de

www.eggert-baumschulen.de

www.wildobstschnecke.de

www.ahornblatt-garten.de

www.baumschule-brenninger.de

www.schreiber-baum.at

www.baumschule-schnell.de

www.baumschule-horstmann.de

Tiere:

www.vieh-ev.de

www.g-e-h.de